{"id":81,"date":"2021-05-17T16:06:45","date_gmt":"2021-05-17T16:06:45","guid":{"rendered":"http:\/\/80.74.142.100\/plesk-site-preview\/sipp.swiss\/https\/80.74.142.100\/?page_id=81"},"modified":"2021-07-15T12:05:30","modified_gmt":"2021-07-15T12:05:30","slug":"smopp-swiss-mongolian-pediatric-project","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/smopp-swiss-mongolian-pediatric-project\/","title":{"rendered":"SMOPP: \u0428\u0432\u0435\u0439\u0446\u0430\u0440\u0441\u043a\u043e-\u041c\u043e\u043d\u0433\u043e\u043b\u044c\u0441\u043a\u0438\u0438 \u041f\u0435\u0434\u0438\u0430\u0442\u0440\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u0439 \u041f\u0440\u043e\u0435\u043a\u0442"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"81\" class=\"elementor elementor-81 elementor-75\" data-elementor-post-type=\"page\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-568344b elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"568344b\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-narrow\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-44afa444\" data-id=\"44afa444\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-2e35aba1 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"2e35aba1\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Der Zufall stand Pate bei diesem Hilfsprojekt. Eine Urlaubsreise in die Mongolei und die Erz\u00e4hlungen von Mongolen, dass H\u00fcftleiden bei Kindern und Erwachsenen sehr h\u00e4ufig seien, f\u00fchrten zur Projektidee. <\/p><p>Beide Gr\u00fcnder, Thomas Baumann und Raoul Schmid, befassen sich seit Jahren als Instruktoren und Anwender der Methode von Prof. R. Graf mit der Ultraschall-Fr\u00fcherfassung\u00a0 und Behandlung dieser h\u00e4ufigsten angeborenen St\u00f6rung des Bewegungsapparates. Gemeinsam mit einer Gruppe motivierter \u00c4rzte in der Mongolei begannen sie 2009 systematisch mit Ausbildung, Wissenstransfer und Ger\u00e4telieferungen. Zun\u00e4chst galt es, erhebliche Widerst\u00e4nde zu \u00fcberwinden, um die nicht mehr zeitgem\u00e4ssen Vorstellungen vom Wesen und Behandlungskonzept der DDH (developmental dysplasia of the hip) korrigieren zu k\u00f6nnen. Seither k\u00fcmmert sich das Projekt um die Ausbildung lokaler \u00c4rztinnen und \u00c4rzte und um die Qualit\u00e4tssicherung der Diagnostik, um die Lieferung von Ger\u00e4ten f\u00fcr die Ultraschall-Untersuchung, um Mittel zur Behandlung des Leidens und um chirurgische Therapie f\u00fcr die seltenen, schwersten Formen der H\u00fcftluxation.<\/p><p>In einer grossen Studie an \u00fcber 8000 Neugeborenen wurde eine\u00a0 H\u00e4ufigkeit der DDH von 1.2% festgestellt und gleichzeitig die Wirksamkeit der einfachen Abspreizbehandlung mit einer mehrmals verwendbaren T\u00fcbinger-Schiene nachgewiesen. Die Behandlung dauerte im Schnitt nicht mehr als 6 Wochen! Damit sind f\u00fcr ein Hilfsprojekt geradezu optimale Voraussetzungen gegeben: ein gravierendes, behinderndes Gesundheitsproblem, welches mit einer einfachen und unsch\u00e4dlichen Methode einer Heilung zugef\u00fchrt werden kann. In einem Land ohne soziales Vorsorgesystem bedeutet das f\u00fcr Betroffene nicht nur einen unmittelbaren Gewinn an Lebensqualit\u00e4t, sondern erm\u00f6glicht ihnen auch eine berufliche und somit \u00f6konomische Zukunft.<\/p><p>Inzwischen sind die gr\u00f6ssten Geburtskliniken der Hauptstadt und die zentralen Spit\u00e4ler aller Provinzen des Landes personell und technisch in der Lage, alle dort Neugeborenen bez\u00fcglich DDH zu untersuchen.<\/p><p>Trotz Bodensch\u00e4tzen ist die Mongolei ein armes Land, das nur sehr beschr\u00e4nkt Mittel f\u00fcr das Gesundheitswesen einsetzen kann. Zur Zeit (2017) und in Folge des Preiszerfalles bei Rohstoffen ist der Staat faktisch bankrott. Dennoch hat das Gesundheitsministerium eine fl\u00e4chendeckende Untersuchung aller Neugeborenen landesweit (Screening) im Rahmen eines Pr\u00e4ventivprogrammes beschlossen. Als Zielvorgabe zur Umsetzung wurde der Zeitrahmen bis 2020 definiert. Eine staatliche finanzielle Unterst\u00fctzung ist jedoch nicht vorgesehen oder zu erwarten. Auf absehbare Zeit wird sich SMOPP also weiterhin allein um die Problematik k\u00fcmmern und sich \u00fcber Spenden und Sponsoring finanzieren.<\/p><h3><strong>Diagnostik<\/strong><\/h3><p>Die Methode der Fr\u00fcherkennung von H\u00fcftdysplasien mit Ultraschall wurde vor \u00fcber 30 Jahren durch Prof. R. Graf aus \u00d6sterreich definiert und hat sich in der Zwischenzeit auch dank technischem Fortschritt erheblich weiterentwickelt. Die im Rahmen des Projektes gemachten und in Studien dokumentierten Erkenntnisse erlauben es uns, ein f\u00fcr das bNeugeborenen-Screenig \u00a0optimiertes Einteilungssystem (s. unter News\/Forschung\/H\u00fcftultraschall in der Mongolei) zu verwenden, was nicht nur die Ausbildung der lokalen \u00c4rztinnen erheblich vereinfacht, sondern auch die Therapie.<\/p><p>Im Gegensatz zu R\u00f6ntgenuntersuchungen ist Ultraschall nicht mit Strahlenbelastung verbunden und sie erm\u00f6glicht die zuverl\u00e4ssige Beurteilung der H\u00fcftgelenke zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt, ab dem ersten Lebenstag.<\/p><p>Die Untersuchung ist standardisiert und dauert nur wenige Minuten. Das Baby wird in einer Lagerungsschale auf die Seite gebettet und mit Hilfe einer Schallsonden-Halterungsvorrichtung streng seitlich untersucht. Das Stadium der Reife oder der Schweregrad der Dysplasie kann auf einfache Weise gemessen werden. Dies ist besonders f\u00fcr die \u00dcberwachung der Behandlung von grossem Nutzen.<\/p><h3><strong>Behandlung<\/strong><\/h3><p>Das Therapiekonzept ist \u00fcberraschend einfach. Der verletzliche Schwachpunkt unserer H\u00fcftgelenke ist das Dach der Gelenkpfanne am Beckenknochen. Diese reift und verkn\u00f6chert bis zum Ende der Pubert\u00e4t, v.a. aber in den ersten 3 Lebensmonaten. Durch Druck auf das Pfannendach wird dieser Reifungsprozess unter Umst\u00e4nden behindert oder verunm\u00f6glicht. Das Prinzip der Behandlung ist die Entlastung durch Abspreizung. Das Baby wird in einer Sitz-Hockstellung mit gebeugten und leicht abgespreizten Beinchen w\u00e4hrend 24 Stunden pro Tag fixiert.<\/p><p>Die Eltern werden in der Handhabung der Schiene instruiert und f\u00fchren anschliessend die Behandlung selbstst\u00e4ndig durch. Kontrollen mit Ultraschall finden alle 4 Wochen bis zur vollst\u00e4ndigen Ausreifung statt. Wie in unserer Studie gezeigt werden konnte, kann dies zuverl\u00e4ssig in praktisch allen F\u00e4llen durchschnittlich nach 6 Wochen Behandlung erreicht werden! Therapienebenwirkungen werden keine beobachtet, die Behandlung ist absolut sicher. Letzteres konnte ebenfalls mittels einer Studie einwandfrei nachgewiesen werden.<\/p><h3><strong>Qualit\u00e4tssicherung<\/strong><\/h3><p>Die mongolischen Aerztinnen, die die Ultraschall-Methode durchf\u00fcheren, durchlaufen einen Ausbildungsgang, welcher demjenigen in der Schweiz vergleichbar ist. Ausgebildete werden regelm\u00e4ssig in Refresherkursen weitergebildet. Jede am Screening teilnehmende \u00c4rztin ist verpflichtet, die Untersuchungen mit einer SMOPP-eigenen Software (HipScreen) auf einen dem Projekt eigenen Server hochzuladen. Nach 4-Augen-Prinzip wird jede durch eine Expertin nachkontrolliert. Zweifelhafte F\u00e4lle werden an eine Kerngruppe von Spezialisten zur abschliessenden Beurteilung weitergeleitet.<\/p><p>So soll in diesem weitl\u00e4ufigen und verkehrsm\u00e4ssig schlecht erschlossenen Land der Qualit\u00e4tsstandard hoch gehalten und niederschwellig kurzfristige Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrleistet werden. Ausserdem entsteht eine weltweit einzigartige nationale Sammlung an Untersuchungsdokumenten mit der M\u00f6glichkeit f\u00fcr erg\u00e4nzende Studien und zur Nachverfolgung bei Problemf\u00e4llen.<\/p><h3><strong>Info \u00fcber die Mongolei<\/strong><\/h3><p>Die Mongolei ist ein riesiges Land und war w\u00e4hrend Jahrzehnten ein sowjetischer Vasallenstaat. Im Rahmen der Ver\u00e4nderungen in Osteuropa entstand 1990 auch in der Mongolei eine Demokratiebewegung. Die ersten freien Wahlen wurden am 28. Juni 1992 abgehalten. Die System\u00e4nderung produzierte Gewinner und Verlierer.<\/p><p>Die Mongolei hat nach langer Stagnation (1990\u20132002 +3 bis \u22123 %) nun ein Wirtschaftswachstum von 5,3 bis 10 Prozent; der Anstieg geht grossteils auf den Dienstleistungssektor zur\u00fcck, der auf fast 40 % des BIP stieg, sowie auf h\u00f6here Weltmarktpreise f\u00fcr Kupfer und Gold. Dieses Wirtschaftswachstum ging allerdings am armen Teil der Bev\u00f6lkerung vorbei: Etwa 40 % leben unterhalb der extremen Armutsgrenze. Die schwierigen Reformjahre haben den Anteil der Privatwirtschaft zwar auf 80 % gesteigert, aber die sozialen Unterschiede und das Stadt-Land-Gef\u00e4lle vergr\u00f6\u00dfert. Die Schere zwischen arm und reich ist massiv aufgegangen.<\/p><p>In der Mongolei herrscht kontinentales Klima mit Zeiten extremer K\u00e4lte. Die durchschnittliche Lebenserwartung betr\u00e4gt knapp 70 Jahre (2015). Das Gesundheitswesen ist einerseits staatlich (Kinder und M\u00fctter bis zwei Jahre nach der Geburt ihres Kindes zahlen offiziell nichts), anderseits macht sich zunehmend eine privatisierte Medizin breit, die wie \u00fcberall die Rosinen herauspickt und wenig Gemeinn\u00fctziges (Ausbildung usw.) hervorbringt. Die Geburtenrate in der Mongolei ist deutlich h\u00f6her als in der Schweiz. Sie betrug 2017 18.9\/1000 Einwohner. Zum Vergleich: In der Schweiz im gleichen Zeitraum 10.5\/1000 Einw. Bei einer Bev\u00f6lkerung von 3.18 Mio. betr\u00e4gt sie 2017 ca. 80&#8217;000 und liegt damit etwa gleich hoch, wie diejenige der Schweiz bei fast 8 Mio. Einwohnern.<\/p><p>Praktisch alle Geburten in der Mongolei erfolgen in Geburtseinrichtungen. Das National Center for Maternal and Child Health (NCMCH) in Ulan Bator ist eine von vier solchen Kliniken in der Hauptstadt der Mongolei. Das medizinische Denken ist noch immer stark von der sowjetischen Mentalit\u00e4t gepr\u00e4gt. Oft fehlt das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr pathophysiologische Zusammenh\u00e4nge oder es mangelt an der M\u00f6glichkeit, moderne Diagnostik zu betreiben. Die Kindersterblichkeit ist 10mal h\u00f6her als in der Schweiz, was ein Abbild der Qualit\u00e4t medizinischen Versorgung ist.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u041f\u043e\u0434\u0440\u043e\u0431\u043d\u043e \u043e \u0428\u0432\u0435\u0439\u0446\u0430\u0440\u0441\u043a\u043e-\u041c\u043e\u043d\u0433\u043e\u043b\u044c\u0441\u043a\u043e\u043c \u041f\u0435\u0434\u0438\u0430\u0442\u0440\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u043c \u041f\u0440\u043e\u0435\u043a\u0442\u0435 (SMOPP) \u043c\u043e\u0436\u043d\u043e \u0447\u0438\u0442\u0430\u0442\u044c \u043d\u0430 \u0430\u043d\u0433\u043b\u0438\u0439\u0441\u043a\u043e\u043c, \u043d\u0435\u043c\u0435\u0446\u043a\u043e\u043c \u0438 \u043c\u043e\u043d\u0433\u043e\u043b\u044c\u0441\u043a\u043e\u043c \u044f\u0437\u044b\u043a\u0430\u0445.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"class_list":["post-81","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/81","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/81\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4060,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/81\/revisions\/4060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}