{"id":2740,"date":"2014-05-30T00:00:00","date_gmt":"2014-05-30T00:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/80.74.142.100\/plesk-site-preview\/sipp.swiss\/https\/80.74.142.100\/blog-artikel\/what-a-day-2\/"},"modified":"2021-06-04T16:19:45","modified_gmt":"2021-06-04T16:19:45","slug":"what-a-day-2","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/blog\/what-a-day-2\/","title":{"rendered":"What a day"},"content":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein Tag, so viele Eindr\u00fccke und Bilder an nur einem Tag kompensieren vollumf\u00e4nglich die vielen Stunden im Spital. Auch diese waren selbstverst\u00e4ndlich voller Eindr\u00fccke und auch Emotionen. Wir alle 3 sind ger\u00fchrt, wie der Kurs Anklang fand, wie die Teilnehmer sich voll Enthusiasmus und Motivation verabschiedeten und wie sie die Effektivit\u00e4t des H\u00fcftscreenings erkannt haben.\u00a0 Traurig aber sicherlich hilfreich war die Geschichte dieses siebenj\u00e4hrigen M\u00e4dchens.\u00a0 Die Teilnehmer und auch der Chef konnten so sehen, wie solche traurigen Schicksale enden und was sie hoffentlich mit dem Screening verhindern k\u00f6nnen.\u00a0<br \/>\nNach einer etwas sp\u00e4ten Chinggis Vodka Nacht in der wir viel \u00fcber das Projekt diskutierten und mit neue Ideen aufkamen, wurden wir heute, nach dem obligaten harten Ei zum Zmorge, von der Gesundheitsministerin empfangen. Beeindruckt von dem Prunk, der hier anscheinend einen hohen Stellenwert hat, warteten wir hinter einem \u00fcberdimensionalen Verhandlungstisch, welcher in weiter Distanz zu dem noch prunkvolleren Pult und vorallem B\u00fcrostuhl, stand. Im Gegensatz zum vorigen Minister, der &#8211; wie uns Bayalag nun erstmals erz\u00e4hlt- die gesponserte Ultraschallmaschine wegsperrte ist die neue Gesundheitsministerin sehr kooperativ, scheint die Wichtigkeit dieses Screenings zu verstehen und hat sich bereit erkl\u00e4rt, sobald als m\u00f6glich \u00d6ffentlichkeitsinformationsanl\u00e4sse zu organisieren. Ihre Idee w\u00e4re, dass die Socialhealthworkers, die auch zu den Leuten aufs Land gehen, das Volk \u00fcber das Screeningprogramm aber v.a. auch \u00fcber die schlechten Auswirkungen des traditionellen \u201eSwaddeling\u201c bei unreifen H\u00fcften informieren. Ev w\u00e4re es notwendig, da auch die entfernteste Jurte einen Fernseh hat- welcher wenn gen\u00fcgend Solarstrom generiert wird, auch l\u00e4uft- eine repetitive Informationssendung auszustrahlen.\u200bNach einem offiziellen Foto, welches anscheinend im Geschichtsbuch von Bayan-Ulgji erscheinen soll, waren wir ganz \u201echribelig\u201c\u00a0 und freuten uns auf den Ausflug. Die mongolische Organisationsweise spannte uns aber noch etwas auf die Folter und Bayalag hat auf unser Dr\u00e4ngen nur noch geschmunzelt und einmal mehr gesagt: \u201ein Mongolia everything is tentative&#8230;\u201c. Endlich, nach dem Picknickeinkauf im Supermarkt, fuhren wir Richtung S\u00fcdosten zum Tolba-Nuur See. Kaum hatten wir die letzten maroden Betonh\u00e4uschen mit ihren farbigen Wellblachd\u00e4chern verlassen, erstreckt sich eine atemberaubende Weite. Das heute etwas wechselhafte Wetter l\u00e4sst die Landschaft alle paar Minuten anders aussehen. Die durch die schwarzen Wolken durchdr\u00fcckenden Sonnenstrahlen bewirken dramatische Szenen. Wenn wir aus dem russischen nicht zu t\u00f6tenden Gel\u00e4ndewagen aussteigen, nagt sich ein bissiger Wind sogar durch unsere modernen Windstopper und ich frage mich, wie die Mongolen oder hier die Kasachen mit ihren \u00e4rmlichen Kleider im Winter \u00fcberhaupt nach draussen gehen k\u00f6nnen.\u00a0<br \/>\nBald schon k\u00f6nnen wir es glauben, dass in der Mongolei pro Einwohner ca 16 Herdetiere kommen. Es scheint, dass wir von diesen 48 Millionen Herdetiere einen\u00a0 grossen Anteil schon sehen. Riesige Herden von Kaschmirziegen, Yaks, K\u00fchen, Schafen werden von flinken mongolischen Reiter durch die karge Landschaft getrieben.\u200bBeim Wandern \u00fcber die steinigen Fl\u00e4chen findet man aber auch viele Opfer der Steppe. Anscheinend sind es neben der K\u00e4lte vor allem W\u00f6lfe und F\u00fcchse, die die Herdenmenge jeweils mindern und die kn\u00f6chernen Reste liegen lassen. Das Skelett und v.a. der Skull, der von den Menschen geschlachteten Tiere wird aus Respekt auf die H\u00fcgel gebracht.\u00a0<br \/>\nHinter den ersten H\u00fcgeln tauchen pl\u00f6tzlich die in die Wolken ragenden Schneeberge des Altaj Gebirges und dann auch der gr\u00fcnblau schimmernde Tolba-Nuur auf. Wir k\u00f6nnen uns fast nicht l\u00f6sen von dem Anblick aber unsere F\u00fchrer- der Chefarzt der P\u00e4diatrie und unser treuer Fahrer- m\u00f6chten uns zu einem idyllisch stehenden Gehr, direkt am Wasser f\u00fchren.\u00a0Obwohl anscheinend niemand die Familie kennt, werden wir- wie es zur Tradition hier geh\u00f6rt-\u00a0 herzlich mit salzigem Milchtee\u00a0 (&#8230;)- als Alternative h\u00e4tte es vergorene Stutenmilch oder frischen Yoghurt aus einem nicht sehr anm\u00e4cheligen Topf gegeben-, gebratenem und getrocknetem K\u00e4se (..) sowie einer Art Windbeutelbrote empfangen. Zum Gl\u00fcck ermahnt mich Bayalag nochmals, dass die Frauen sich links, in diesen viel ger\u00e4umigeren, als von aussen angenommen, Jurten, setzen d\u00fcrfen. Die W\u00e4nde sind mit\u00a0 bunten Teppichen geschm\u00fcckt und isoliert und in der Mitte brennt der Blechofen mit dem kochenden Tee obendrauf. Die Familie teilen sich die drei 80cm breiten Stahlbetten und schlafen alle im selben Raum.Vor der Jurte meckert die grosse Kaschmirziegenherde, von welcher 3 Zicklein separat in einem gemauerten Verschlag untergebracht sind und sich lautstark bemerkbar machen m\u00fcssen. F\u00fcr ein Kilogramm gek\u00e4mmte Kaschmirwolle bekommt die Familie auf dem Markt 80000.- Tugrik, was ca. 40sFr entspricht. (Als Vergleich: im Restaurant kostet ein normales Menue um die 3 sFr, eine \u00dcbernachtung im Hotel mit Fr\u00fchst\u00fcck ca. 18sFr- wobei in UB alles nat\u00fcrlich ein mehrfaches kostet) Der P\u00e4diatrie Chefarzt erz\u00e4hlt, wie er hier bei diesem See aufgewachsen ist und wie er als junger Arzt mit einem Rucksack gef\u00fcllt mit Eis und Impfungen von einer Jurte zur anderen wanderte, um die Kinder zu impfen.<br \/>\nUnser russisches Gel\u00e4ndeauto f\u00e4hrt problemlos weiter quer \u00fcber die Steppe bis auf eine Halbinsel, auf welcher die \u00c4rzte aus Khovd und Gobi-Altaji schon auf uns warten. Es wird ein sch\u00f6ner Kasachenteppich ausgelegt und der Chef k\u00f6pft sofort eine Vodkaflasche, w\u00e4hrend alle ihre mitgebrachten \u201eLeckereien\u201c (getrocknetes Pferdefleisch..etc) ausbreiten und anbieten. Obwohl der Vodka und der f\u00fcr die Frauen mitgebrachte Pflaumenwein etwas w\u00e4rmt, l\u00e4sst uns der bissige Wind nicht lange gem\u00fctlich verweilen.Nach der obligaten Gruppenfoto verabschieden wir uns von den sehr netten und motivierten Khovd und Gobi-Altaji Leuten und steigen nach hunderten von Fotos auch wieder ins Auto. Unser Ornithologe Reto m\u00f6chte aber mit seiner Kamera mit Tele noch sch\u00f6ne Fotos der Kraniche, Rostg\u00e4nse, Adler und was sonst noch so alles rumfliegt machen, also gibt es bald einen n\u00e4chsten Stopp. Diese Anmut, wie die V\u00f6gel in dem starken Wind segeln sowie ihr Rufen und Kreischen ist tats\u00e4chlich so faszinierend, dass auch wir weiter knipsen und knipsen. Wir sind alle froh, dass das Zeitalter des Filmeeinlegens vom Digitalfotografieren abgel\u00f6st wurde. Unser Fahrer beginnt pl\u00f6tzlich allen herumliegenden verdorrten Pferde- Yak- und sonstigen Dung auf einem Haufen zu sammeln und entfacht mit dem Vodka ein wunderbar w\u00e4rmendes Feuer. Bei einem Bier trotzen wir dem einsetzenden Regen und geniessen diesen unglaublichen Ort.\u200bGl\u00fccklich aber m\u00fcde lassen wir uns in den Powerschlaf sch\u00fctteln bis unsere F\u00fchrer noch einen Halt bei einer Frischwasserquelle machen. Auch hier ist es wie im Film, die Yaks schlendern durch das gelbe Gras und wie bestellt kommt ein mongolischer Reiter angeprescht, um an der Quelle zu trinken.Auch zur\u00fcck in Ulgji ist der Ausflug noch nicht beendet und wir werden bei dramatischem Abend-Regenwetter-Licht durch den Schwarzmarkt gef\u00fchrt. Erstmals werden wir beschimpft als wir die Billiardspielenden M\u00e4nner fotografieren m\u00f6chten, wo doch das Gl\u00fccksspiel im Islam verboten ist.In der \u201eMetzgergasse\u201c realisieren wir, wieso \u00fcber der Stadt so viele Milane kreisen. Sie st\u00fcrzen sich hier gierig und ohne Scheu, knapp an unseren K\u00f6pfen vorbeifliegend, auf die rausgeworfenen Resten, um im gleichen Atemzug gerade wieder in die H\u00f6he zu kreisen.\u00a0<br \/>\nDieser Tag, war ein unglaublich reicher Abschluss und wir nehmen fast ein bisschen wehm\u00fctig Abschied von dieser Stadt, die uns am Anfang so k\u00fchl und d\u00fcster empfangen hat.\u00a0<br \/>\n\u00a0<br \/>\n\u00a0<br \/>\n\u00a0<br \/>\n\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1617,"template":"","class_list":["post-2740","blog","type-blog","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/2740","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/2740\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2744,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/2740\/revisions\/2744"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1617"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}