{"id":2687,"date":"2014-06-01T00:00:00","date_gmt":"2014-06-01T00:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/80.74.142.100\/plesk-site-preview\/sipp.swiss\/https\/80.74.142.100\/blog-artikel\/bumpy-road\/"},"modified":"2021-06-04T16:19:08","modified_gmt":"2021-06-04T16:19:08","slug":"bumpy-road","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/blog\/bumpy-road\/","title":{"rendered":"Bumpy road"},"content":{"rendered":"<p>Wieso die Fl\u00fcge in die anderen Aimags immer in aller Herrgottsfr\u00fche fliegen, wissen wir eigentlich nicht. Auch heute m\u00fcssen wir um 5:30 bereit stehen. Auf dem Weg zum Flughafen ist pl\u00f6tzlich die Strasse gesperrt, Polizisten stehen mit den H\u00e4nden in den Hosentaschen mit einer Gruppe Mongolen herum und eine Leiche liegt unbeachtet am Boden&#8230;der Tag f\u00e4ngt ja gut an.\u00a0<br \/>\nBayankhongor liegt \u201enur\u201c 600km s\u00fcdwestlich von UB und bevor die Stadt richtig erwacht, sind wir schon in unserem Hotel eingecheckt und d\u00fcrfen ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck in einem grellen Karaoke-Separ\u00e9 geniessen. Ich habe anscheinend die Suite bekommen, in der normalerweise der Minister verweilt&#8230;anscheinend st\u00f6rt er sich nicht ob \u00e4usserlichem Schein, der beim n\u00e4heren Betrachten auch hier kaputte M\u00f6bel, wackeligen Duschkabinen, durchgelegene Betten zeigt. Aber wir sind froh eine saubere Bleibe mit sogar Warmwasser und mehr oder weniger funktionierendem Internet zu haben.\u00a0<br \/>\nObwohl heute eigentlich der erste Tag des Kurses geplant war, wurden die Pl\u00e4ne auf Grund des Nationalfeiertages \u201eKindertag\u201c ge\u00e4ndert und die lokalen Leute nehmen uns schon heute auf eine Tour zu den Thermen mit ca. 60km entfernt. Auch heute gilt der Weg ist das Ziel.\u00a0<br \/>\nDer Ambulanzfahrer f\u00e4hrt in einem unglaublichen Tempo \u00fcber die Dirtroads, trotzt Schlagl\u00f6chern und gebrochenen Br\u00fccken, die er locker durch das meist trockene Flussbett umf\u00e4hrt. Wir sind froh, haben wir hier eine Luxusvariante des russischen Lada-busses, dessen Dach gepolstert ist, denn nicht selten spickt es uns bis an die Decke. Die Fahrt ist besser als jedes Beckenbodentraining im Fitness&#8230;Diese Lada\u2019s sind so verbreitet, anscheinend sind sie nicht zu t\u00f6ten. Einzig bei der R\u00fcckreise spinnt die Sirene und sie heult bei jedem 10. Schlagloch los. Der Ton \u00e4hnelt bei weitem nicht unserem Martinshorn, sondern t\u00f6nt eher wie ein Dampfer auf dem Thunersee und schreckt jedesmal die armen Yak- oder Ziegenherden auf.Wir lassen unseren Fahrer und F\u00fchrer immer wieder anhalten, da wir auch hier, wo die Vegetation schon weiter und somit gr\u00fcner ist, fasziniert sind von der Landschaft und den tausenden von Herdentieren, die frei durch die Landschaft ziehen. Das Ziel fasziniert unsere Einheimischen, die das Schamanentum immer noch fest in sich haben, deutlich mehr. Neben einem h\u00e4sslichen Sanatorium im sowjetischen Stil sickert aus allen m\u00f6glichen Steinhaufen Quellwasser mit verschiedener Zusammensetzung und Temperaturen. Die heisseste Quelle mit 97\u00b0C wird in einer mongolischen Fassung, die aus allen L\u00f6chern leckt, gesammelt und f\u00fcr die in kleinen Holzjurten angebrachten Duschen gebraucht.Jede Quelle soll f\u00fcr ein anderes Leiden gut sein. Wir verzichten grossz\u00fcgig auf das uns angebotene Handtuch und Bademantel. Uns fasziniert die Schlange und die kleinen Erdh\u00f6rnchen oder Murmeltierart fast mehr.Nach dem Rundgang werden wir mit einem reichhaltigen mongolischen Mittagessen verw\u00f6hnt. W\u00e4hrend unsere Mongolen eine Siesta in einem der Sanatoriumzimmer machen, lockt es uns Schweizer auf die H\u00fcgel, wo wir die unglaubliche Ruhe und frische Luft geniessen.<br \/>\nIn einem naheliegenden Dorf geht die Verw\u00f6hntour schon kurz sp\u00e4ter weiter. Wir wissen gar nicht wie wir einen solch grossartigen, gener\u00f6sen Empfang verdient haben, da wir ja hier noch gar nichts geleistet haben. Neben dem Chefarzt des General Hospitals von Bayankhongor, ist auch der Finanzdirektor, eine Frau aus dem PR sowie ein Freund des Chefarztes, der eine Laura Star Filiale in UB hat, teil. Neben unseren Begleiterinnen, Bayalag, Suvdaa und Davaa, eine unglaubliche Delegation f\u00fcr 3 kleine Schweizer Wald und Wiesen P\u00e4diater.Im Dorf werden wir vom lokalen Gesundheitszenter\/Spital, dieser kleinen 3500grossen Gemeinde, in die Spitalk\u00fcche zum n\u00e4chsten Festmahl mit lokalen Spezialit\u00e4ten eingeladen. Mittlerweile haben wir uns alle schon an den salzigen Milchtee gew\u00f6hnt. Spannend, dass neben einem normalen Bau, die K\u00fcche in einer Jurte gebaut wird, eine Vermischung von Tradition und vom Gesundheitsministerium auferlegten Hygienestandards, die brav in Postern an die Wand aufgeh\u00e4ngt wurden. So muss das Abwaschwasser 80\u00b0 warm sein, das Wasser f\u00fcr das Lavabo wird\u00a0 vom im Container gesammelten nicht ganz sauberen Flusswasser in einen Beh\u00e4lter mit Wasserhahn gesch\u00fcttet, um die H\u00e4nde wie bei uns waschen zu k\u00f6nnen aber dann an einem schmutzigen xfach gebrauchten Handtuch zu trocknen. Auch die ber\u00fchmte Nahrungsmittelpyramide f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrung h\u00e4ngt an der Wand, aber was machen, wenn hier keine Fr\u00fcchte und nur Kartoffeln und Karotten wachsen?<br \/>\nDas Spital-WC ist paradoxerweise unterteilt in ein Invaliden WC und ein normales WC aber beides sind Steh-Plumpsklo, da kann man wohl das Rollstuhlzeichen vorne abh\u00e4ngen.Eine einzige \u00c4rztin, P\u00e4diaterin, versorgt die gesamte Bev\u00f6lkerung von Geburten, \u00fcber Vorsorgen, Impfungen, Notf\u00e4lle und das schon seit 25 Jahren- Hut ab!Beim Erkunden des Dorfes wird uns erz\u00e4hlt, dass die Kinder, die mit ihren Familien ja in sehr abgelegenen Jurten wohnen ab 6 Jahren ins \u201eInternat\u201c kommen, d.h. dann schon getrennt von ihren Eltern. Wenn sie Gl\u00fcck haben, schlafen ihre Geschwister im gleichen Schlafsaal und sie werden von den Eltern regelm\u00e4ssig besucht.Nach der 2 st\u00fcndigen sehr holprigen R\u00fcckfahrt sind wir tot m\u00fcde und treffen uns nur noch kurz zu einem Abschlussdrink, um den morgigen Tag zu besprechen. Wir freuen uns, diesen unglaublich netten Empfang morgen mit einem hoffentlich wieder gelingenden Kurs zu revanchieren.<br \/>\n\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1552,"template":"","class_list":["post-2687","blog","type-blog","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/2687","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/2687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2691,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/2687\/revisions\/2691"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sipp.swiss\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}